Archiv 2017

15.05.2017

[Fotos: Thomas Langreder]

Chitu singt über Liebe, Schmerz und Sehnsucht. Foto: SZABO

Feuer des Balkans                               

Masala Weltbeat Festival:
Oana Catalina Chitu singt vor 250 Zuschauern in der St.-Martin-Kirche

von Patricia Szabo

BENNIGSEN.
Eleganz und Leidenschaft – zwei Eigenschaften, mit denen man die Bühnenpräsenz von Oana Catalina Chitu beschreiben kann. Die rumänische Sängerin trat im Rahmen des Masala Weltbeat Festivals in der Bennigser St.-Martin-Kirche auf. In ihren Liedern interpretierte sie die alten Lieder der Roma und den rumänischen Tango der 1930er-Jahre, der in den Zeiten des Kommu-nismus und der Herrschaft des Diktators Nicolae Ceausescu verboten war.
Chitu füllte die Kirche nicht nur mit ihrer warmen und vollen Stimme, sondern auch mit Anek- doten aus dem rumänischen Alltag und Geschichten von Liebe, Schmerz, Vergänglichkeit, Sehn- sucht – und Frauen. Diese, so Chitu, beklagen sich viel. Die rumänischen Frauen ereilte früher ein trauriges Schicksal: Oft zwangsverheiratet, träumten sie von Freiheit und sehnten sich nach der wahrhaften Liebe. Dazu sangen sie Klagelieder. Auch diese gehören zum abwechslungsrei- chen Repertoire der Künstlerin.

Die Teilnehmer des Workshops präsentieren mit Oana Catalina Chitu das Lied Djelem Djelem. Foto: SZABO

Chitu sang auch über Wein. „Der schmeckt am besten, wenn er mit guten Freunden genossen
wird“, so die Sängerin. Trinke man den Wein stattdessen mit schlechten und missmutigen Men- schen, schmecke er sauer. „Trinken Sie den Wein mit guten Freunden!“, wandte sich Chitu ins Publikum „oder, wenn die Freunde abwesend sind, lieber alleine“.
Begleitet wurde Oana Caralina Chitu von dem moldawischen Cimbalom-Virtuosen Valeriu Cacaval und dem serbischen Akkordeonspieler Dejan Jovanovic.
Zuvor fand am Nachmittag ein Gesangsworkshop mit der Sängerin statt. Darin erarbeiteten die Teilnehmer das Lied „Djelem Djelem“, die inoffizielle Hymne der Roma, die sie am Ende des Konzerts gemeinsam mit den Musikern vortrugen.
Oana Caralina Chitu stammt aus Humulei in Nordrumänien und kam in den 1990er- Jahren
nach Berlin, wo sie Jazz- und klassischen Gesang studierte.
Das Konzert wurde von den rund 250 Zuschauern begeistert aufgenommen. Das jährlich statt-findende Masala Weltbeat Festival gehört zu den größten Festivals für Weltmusik in Europa und wird an unterschiedlichen Veranstaltungsorten in der Region durchgeführt.

[Neue Deister Zeitung 17.05.2017 Seite 11; s.a. HAZ Springe 17.05.2017 Seite 2]

  • P1090997
  • P1100003
  • P1100006
  • P1100004
  • P1100042
  • P1100029
  • P1100038
  • P1100041

[Fotos: Sylvia Glüer]


12.04.2017

Passionsvesper

Pastor Overlach und die Kantorei St. Martin unter der Leitung von Kirchenmusikerin Sabine Nauber gestalteten diese Passionsvesper mit dem Stundengebet nach dem Evangelischen Gesangbuch.

08.03.2017

Luthers Kindheit und Jugend

Bereits 2012 hatte Gabriele Rose bei der „Lüderser Serenade“ in Springe-Lüdersen über das Familienleben des Reformators Martin Luther referiert. „Zuhause bei Käthe und Martin Luther“ hieß die von Renaissance-Musik begleitete Veranstaltung, die von einem zahlreichen Publikum begeistert aufgenommen worden war.

Anlässlich des Lutherjahres 2017 hatte sie auf Bitten der Immanuel-Gemeinde Laatzen einen Vortrag zum Thema “Martin Luther – Eine Kindheit und Jugend am Ausgang des Mittelalters“ erarbeitet und in Form eines Powerpoint-Präsentation-unterstützten Vortrages bereits 2016 dort gehalten. Überarbeitet und mit zusätzlichen Bildinformationen ergänzt, präsentierte sie ihn nun am  vor 50 Interessierten im Gemeindesaal ihrer Kirchengemeinde St. Martin Bennigsen. Es gelang ihr, ein anschauliches Bild der Lebensumstände der Menschen jener Zeit und insbesondere der Familie Luder, wie sie damals noch hieß, zu zeichnen und den Umstand ein wenig auszugleichen, dass wir immer noch wenig Informationen über Martin Luthers Kindheit und Jugend besitzen.

Kantorei und Männerprojektchor umrahmten den Vortrag zur Freude der Anwesenden mit Lutherchorälen. Sowohl der Vortrag von Gabriele Rose als auch die Choräle wurden von Zuhörerinnen und Zuhörer mit freudigem Beifall bedacht.

15.01.2017

Ein neuer Pastor für Bennigsen

von Anne Brinkmann-thies

Jonathan Overlach hält seine Aufstellungspredigt / Dienstbeginn: 1. März

Wenn stimmberechtigte Gemeindemitglieder keine Einwände haben, beginnt Jonathan Overlach am 1.März seinen Dienst als neuer Pastor der Kirchengemeinde Bennigsen- Lüdersen. Foto: Brinkmann-Thies

BENNIGSEN. Kaum ein Platz ist gestern Vormittag in der St.-Martin-Kirche leer geblieben, als der designierte neue Pastor der Kirchengemeinde Bennigsen-Lüdersen, Jonathan Overlach, in einem festlichen Gottesdienst seine Aufstellungspredigt gehalten hat. Rund 300 Gläubige waren gekommen. „Gott ist rätselhaft. Wie zeigt er sich, wie begegnen wir ihm?“ Das war die zentrale Frage, mit der sich Overlach in seiner Predigt beschäftigt hatte. Dabei nahm er Bezug auf das 2. Buch Mose 33, in dem er fordert: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen.“ Doch ein Bild von Gott, das sich viele Menschen einst wie heute wünschten, gebe es nicht. Gott lasse sich nicht festlegen, er gebe auch keine billigen Antworten. Weltfrieden oder ein Ende allen Hungers auf der Welt falle nicht – ohne Engagement der Menschen – einfach vom Himmel. Gott zeige sich vielmehr in seiner Güte. Er zeige sich etwa in lachenden Kindern oder funkelnden Sternen. „Wir dürfen Gott hinter-herschauen und seine Güte wahrnehmen“, sagte Overlach. Er schloss seine Predigt mit der Frage: „Mehr nicht?“ Um gleich darauf zu antworten: „Weniger nicht.“
Er habe sich sehr über die volle Kirche gefreut, erklärte der Pastor im Anschluss an den Gottes-dienst, als die Gemeinde bei einem Kirchencafé zusammenkam. Besonders berührt habe ihn die musikalische Gestaltung. Zum Auftakt des Gottesdienstes hatten Kirchenmusikerin Sabine Nauber (Orgel) gemeinsam mit Sylvia Glüer (Violine) Léon-Edgars Saint- Requiers „Sur un vieux Noël“, zum besten gegeben. Den abschließenden musikalischen Akzent setzten Nauber und Magdalene Döling (Flöte) mit Hans Hillers „Andante religioso“.

Die stimmberechtigten Gemeindemitglieder haben nun bis zum kommenden Sonnabend die Ge- legenheit, beim Kirchenvorstand schriftlich Einwende gegen den neuen Pastor zu erheben, über die dann entschieden wird. Voraussichtlich beginnt der 31-jährige Overlach seinen Dienst in der Kirchengemeinde Bennigsen-Lüdersen zum 1. März.

[Text und Foto: Neue Deister Zeitung 17.01.2017 Seite 9; HAZ Springe/Bad Münder 17.01.2017 Seite 2]